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Quantisch gedacht

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Binär wird totalitär…?

Der binäre Code oben in der Überschrift sieht ein bisschen gruselig aus, gelle?!?

Ist aber nur das Datum, an dem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten ist.

Das war am 23.05.1949.

Witzigerweise eine Vervielfachung der „verschwörerischen“ Zahlen 23 und (der Quersumme davon) 5.

Man kann davon halten was man will…, aaaaber:

2+3 = 5

0+5 = 5

1+9+4+9 = 23

2+3 = 5

Jetzt leben wir ja in Zeiten, in den „Verschwörungstheorien“ unbedingt „bekämpft“ werden müssen, vor allem im digitalen Raum, da sie sich dort quasi virulent und ohne Kontrolle verbreiten können.

Der DSA, der „Digital Service Act“, das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ und die vielen niedrigschwelligen Meldestellen gegen was auch immer durchziehen das Netz und unsere Gedanken.

„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten“…?

Sind wohl doch nicht mehr so frei, denn wenn mehr oder weniger stinknormale Menschen frühmorgens von Einsatzkommandos behelligt werden, weil sie das „falsche“ gedacht, geschrieben („geposted“), geliked oder gesagt haben, dann ist das mit der Freiheit (im Denken) wohl ein arges Problem für die „herrschende Klasse“.

KI, die so vollmundig als (künstliche) „Intelligenz“ bezeichnet wird, soll mit ihren VON MENSCHEN programmierten Algorithmen „Hass und Hetze“ (im Internet) aufspüren.

Gesichtserkennung an Knotenpunkten, also z.B. an Bahnhöfen, Flughäfen, großen (und kleinen) Plätzen, soll für „Sicherheit“ sorgen.

Den Einwohnern in Deutschland wird wohl nicht mehr so recht(s) über den Weg getraut…?

Elektronische Patientenakten, Steuerliche Identifikationsnummern und Codes und Zahlen noch und nöcher, sollen dazu beitragen, dass das alles einfacher wird.

Was denn eigentlich genau?

Meine dreieinhalb Jahre alte Nichte bekam übrigens neulich PERSÖNLICHE Post, da ihr „versehentlich“ 3, in Worten DREI(!) solcher Identifikationsnummern zugewiesen wurden…

Ich muss jedesmal lachen, wenn ich daran denke.

Und KI in der Schule macht wohl schule.

Vorgestern habe ich eine neunte Klasse der Realschule betreut und ihnen die von der abwesenden (Englisch)Lehrerin bereitgestellten Aufgaben gegeben.

Als einige vor der Zeit fertig waren (die Ergebnisse waren teilweise ganz schön dahingehuddelt), hatte ich eine Zusatzaufgabe in petto:

Sie sollten sich ihr Lieblingslied heraussuchen, und den Text ins Deutsche bzw. ins Englische (wenn er Deutsch war) händisch übersetzen.

KEIN EINZIGER hat dann die Aufgabe bestimmungsgemäß erledigt, obwohl klar war, dass Übersetzertools nicht erlaubt waren.

Einer hatte sogar „Alle meine Entchen“ übersetzt, „weil das so schön einfach“ war…

Bei über 25 Kids gleichzeitig darauf zu achten, dass sie ihren Job ordentlich machen (bei einer durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne von maximal 20min), war schon fast ein Ding der Unmöglichkeit, aber was mich beinahe explodieren („eigentlich“ implodieren) ließ, war folgender Dialog mit einem Schüler:

„Wieso brauchen wir das eigentlich können, es gibt doch KI?“

Ich: „Und was ist wenn der Strom ausfällt…?!?“

Mich gruselt bei solch einer Abhängigkeit von Programmen, Tools und Algorithmen.

Ganz so, wie es Albert Einstein einmal postulierte:

„Ich fürchte den Tag, an dem unsere Technologie unsere Menschlichkeit überholt. Die Welt wird dann eine Generation von Idioten sein.“

Schöne Aussichten, oder…?

Es ist natürlich unbestreitbar, dass ein Zuwachs an technologischen Fähigkeiten einen immensen Gewinn bedeuten kann, es ist immer nur die Frage, wozu man diesen einsetzt.

Und darüber hinaus sollte auch immer abgewägt werden, was dabei vielleicht verloren gehen könnte.

In einer Zeit, in der „Content“, Likes und Follower wichtiger sind als wahre Menschlichkeit, ist der Weg in die (zwischen)menschliche Katastrophe wohlfeil vorprogrammiert.

In einer Zeit, in der Po-litiker eine Kritik an dem, wie sie ihr Amt ausfüllen, als eine Kritik an ihrer Person ansehen können, ist dem Mißbrauch von Meldestellen und Gesetzen keine Grenzen gesetzt.

Ein Algorithmus ist eben nur so „intelligent“, wie es der Mensch ist, der ihn programmiert.

Und natürlich muss auch immer die Intention, mit der dieser Mensch einen Algorithmus programmiert, berücksichtigt werden.

Also die Frage: WER hat WAS davon?

Ich weiß, langsam wird es langweilig, aber es gilt immer und grundsätzlich dabei:

„FOLGE DER SPUR DES GELDES“,
respektive „der Macht“, „der Absicht“.

Meinungsfreiheit kann eben auch bedeuten, dass der individuelle Mensch frei von EIGENEN Meinungen ist, da er andere Meinungen (Medien etc.) einfach unreflektiert als seine eigenen übernimmt.

Neulich habe ich in einer Krimiserie ein wundervoll passendes Zitat dazu gefunden:

„Die Menschen glauben nicht was ist. Die Menschen glauben was in der Zeitung steht!“

Ersetze nun Zeitung mit beliebigen anderen Medien (auch anderen Menschen), dann wird ein Schuh draus…

Ich kann es nicht oft genug wiederholen:
„Bildung ist das was übrig bleibt, wenn alles Gelernte vergessen ist.“

Ab dem Hauptstudium der Sozialpädagogik an der FH Frankfurt war es (damals) üblich, dass wir Studenten uns für eine Hauptrichtung, die unser Studium einnehmen sollte, entscheiden durften.

Ich entschied mich für den Studienschwerpunkt „Psychosoziale Versorgung“, also Beratungsarbeit (mit allem Drum und Dran).

Ebenso üblich war es, dass wir irgendwann in den vor uns liegenden Semestern zu einer „Projektfahrt“ pro Semester aufbrachen.

Und ziemlich zu Beginn der ersten Fahrt, ich weiß es noch genau, weil mich das so sehr verwirrt hatte, erklärten mein hochgeschätzer Professor und meine ebenso hochgeschätzte Co-Dozentin uns bei einer passenden Gelegenheit, dass wir ersteinmal und grundsätzlich nichts glauben sollten, nur, weil es aus erprobtem und erfahrendem Munde stammte.

Aber wie sollte ich denn dann herausfinden, WAS ICH nun glauben bzw. „wissen“ sollte?!?

Erst Jahre später, vor allem auch durch die „Corona-Krise“ wurde mir bewusst, was beide uns damals sinngemäß vermitteln wollten:

„Glaube wenig.
Hinterfrage ALLES.
Denke selbst!“

Erstaunlich hilfreich… 🙂

Und, da ich als Kind und auch noch als Jugendlicher wirklich ALLES geglaubt habe, was in der Bibel steht, im Nachgang betrachtet, eine wirklich überaus nützliche Eigenschaft.

Und, was ist aus mir geworden?

Ein überaus gläubiger, aber überhaupt nicht mehr religiöser Mensch.

Denn Religionen werden nunmal von Menschen gemacht, und denen ist leider manchmal einfach nicht über den Weg zu trauen.

Ihr erinnert Euch:

WER hat WAS von WAS?

In diesem Sinne:
„Open up your mind and go your own way.“

(Sepultura)


P.S.: An besagtem Donnerstag, als ich die neunte Klasse betreut hatte, hatte ich im Anschluss ein interessantes Gespräch mit einem meiner Kollegen in Führungsposition zum Thema KI.

Als ich (wieder einmal) „launenhaft-verschwörerisch“ davon schwadronierte, dass es doch mal überaus „lustig“ wäre (also „eigentlich“ überhaupt nicht lustig…) , mit einem großen Magneten oder einem EMP (Elektro-Magnetischen-Impuls) die Server platt zu machen, entgegnete er:

„Nicht, dass die KI auf die selbe Idee kommt, und nur noch die Server übriglässt, die sie selbst braucht.“

Skynet (Terminator) lässt grüßen…

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