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Quantisch gedacht

Von einem, der auszog…

…um einzuziehen.

Wenn ich vor ein paar Wochen aus dem Fenster meines Arbeitszimmers geschaut habe, dann konnte ich parkende und fahrende Autos, die beiden Bushaltestellen, zwei Bäumchen und einen Baum mit Grasstück drumherum, Häuser, Straßenlaternen, den Himmel, (gassi)gehende, (rad)fahrende, sitzende, laufende oder stehende Menschen und – ganz hinten – den Wald sehen.

Wenn ich jetzt in unserem Arbeitszimmer aus dem Dachschrägenfenster blicke, dann sehe ich den Himmel (naja, im Augenblick regnet es) und hohe Bäume.

Und wenn ich mich hinstelle und hinausblicke, dann sehe ich unser grünes (!) Ortsschild und das Sträßchen, dass an unserer Wohnung vorbeiführt und die Pferdekoppel dahinter.

Denn seit offiziell 15.09.2026 wohnen wir nun in Mecklenburg-Vorpommern, kaum einen Kilometer Luftlinie zur Ostsee, zwischen Äckern und Wald, der so dicht ist, dass man dort sogar unbemerkt Werwölfe züchten könnte, wenn man denn wollte…

Tagsüber kommen mal ein paar Autos und Radfahrer vorbei und – im Augenblick vermehrt – auch landwirtschaftliche Fahrzeuge, denn „hier blüht immer alles zuletzt“, wie eine Freundin neulich zu uns meinte.

Die Ruhe hier ist herrlich. Ganz andere Geräusche des Lebens, die hier vorherrschen.

Die Anspannung der letzten Zeit ist beinahe verflogen, die Tage und Nächte fühlen sich schon fast wieder „normal“ an in unserer neuen Heimat und unser Kater hat sich auch schon gut eingelebt.

Ich habe ja schon einige Umzüge hinter mir, aber dieser hier hat so ziemlich alles von uns abverlangt…

In den hessischen Sommerferien (ich war bis zum 31.08. noch an meinem alten Arbeitsplatz an der Schule beschäftigt) haben wir gepackt, geräumt, organisiert und kaum Pause gemacht. Und wenn meine Frau nicht schon viel früher, sogar bevor wir genau wussten, wann wir wo in Meck-Pomm hinziehen würden, angefangen hätte…

Was es alles zu beachten galt, man oh man.

Ist ja nicht so, dass man schnell noch zurückfahren kann, wenn man was vergessen hat…

Und auch die letzten drei Wochen auf meiner Arbeit waren stressig, aber eher auf emotionale Art.

Allerdings kam es mir dabei manchmal so vor, als wollten alle noch mal die Zeit voll ausnutzen, in der ich zur Verfügung stand.

Der Abschied war hart und ich konnte mich nur bis zum Weg zum Auto beherrschen, danach waren sozusagen die Schleusen offen.

Ähnlich ging es zu bei den Verabschiedungen von Freunden und Familie.

Sind jetzt schließlich an die 700km, die uns räumlich trennen.

Im September wurde jeder Tag irgendwie kürzer, je näher der Umzug rückte.

Listen über Listen, an was alles noch zu denken ist, was in welchen Karton soll, was eingelagert werden soll und was in die Wohnung muss und um bis zuletzt einigermaßen zu wohnen und nicht zu lange zu „hausen“.

Am Montag, den 14.09. dann (endlich) die Logistiker mit zwei LKW.

Superprofessionell und erstaunlich schnell.

Danach die Wohnung auf Vordermann gebracht.

Dienstag morgens dann die Übergabe, alle Zählerstände erfasst und Schlüsselabgabe.

Ein letzter Blick zurück und ab ging die lange Reise, und obwohl wir nach 15min Fahrt gleich mal am Frankfurter Kreuz (nach 11 Uhr!) im Stau standen, kamen wir insgesamt sehr gut durch. Sogar in und um Hamburg herum floss der Verkehr gut, was sehr ungewöhnlich ist.

Vor Ort im neuen Heim zuerst Kater in die Wohnung gebracht und versorgt, dann Schlüssel- und Wohnungsempfang und noch schnell zur Verwandtschaft, wo zum Einlagern der restlichen Möbel und Kartons – wir haben hier weniger Quadratmeter und Lagermöglichkeiten – die Wechselbrücke (eine Art Container mit Füßen) steht, damit am Mittwoch bei der Anlieferung alles gut läuft. Schließlich kannten wir unser extra dafür angeschafftes Objekt und den genauen Standort auf dem Grundstück unserer Schwäger nur von Bildern.

Dienstag auf Luftgästebetten einigermaßen gut die Nacht verbracht und am Mittwoch morgen kamen dann die Möbel.

Wir haben uns dann sehr ins Zeug gelegt, um die Möbel zügig aufzubauen (was teilweise ganz schön tricky war, denn – da dies hier eine Übergangswohnung ist – hatten wir zugesagt, möglichst nur vorhandene Löcher in den Wänden zu nutzen, was, vor allem im Bad, äußerst knifflig war) und mittlerweile sind es nur noch ein paar Kartons, deren Inhalt hier Platz finden muss.

Das WLAN musste erst auf Trapp gebracht werden und die drei (!) möglichen Anschlüsse für Satellitenempfang funzen alle nicht, aber einem Geistesblitz folgend konnte ich mit meiner kleinen Antenne mit Verstärker direkt am äußerst smarten Fernseher DVB-T2 einrichten.

Umgemeldet haben wir uns auch zügig und mein Auto hat das schönste Wunschkennzeichen, was ich mir denken kann.

So langsam bekomme ich auch heraus, wie man am besten wohin kommt und wie das Straßensystem zusammenhängt.

Am Meer waren wir ebenfalls schon, aber das Wetter ist halt launisch und schnell.

Eine geplante erste Fahrradtour endete mit einem sehr lauten Knall (ein Reifen war geplatzt – glücklicherweise recht nah noch an unserer Wohnung), aber mittlerweile ist alles wieder repariert.

Da wir hier keinen Herd haben, sind wir seit gestern stolze Besitzer eines Doppelinduktionskochfeldes (wobei es äußerst praktisch ist, wenn hier zwei Bauern quasi direkt nebenan ihre Hofläden betreiben (auch mit 24/7 Automaten)).

Vorher hatten wir so eine Oldschool-Notdoppelkochplatte mit winzigen Plattendurchmessern. Das hat zwar wunderbar funktioniert aber ewig gedauert. Doch die neue jetzt geht ab wie Schmidts Katze, mein lieber Schwan…

Gestern oder vorgestern Abend (ich rauche nur noch auf dem Balkon) war mir, als würde ich in einem klaren Himmel sogar wieder die Milchstraße ein wenig mit bloßem Auge erkennen können, was ich in der alten Heimat seit beinahe 50 Jahren nicht mehr erleben durfte.

Und ich habe wieder Zeit und Muse zu schreiben und Jobs kommen auch in Sicht, alles ist gut.

P.S.: mittlerweile verstehen auch die meisten Kassierer beim Bezahlen, wenn ich „mit Kärtsche bitte“ sage.

Nur mit „kalde Fieß“ (kalte Füße) können sie noch nichts anfangen hierzulande… 😉

Hier noch ein Blick von unserem riesigen Balkon Richtung Sträßchen:

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